Inhaltsstoffe und ihre Wirkung in ätherischen Ölen

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Einen Geruch nehmen wir immer wahr, bewusst oder unbewusst. Von den Sinneszellen in der Nase geht die Duftinformation unmittelbar an das limbische System weiter welches nicht vom Großhirn (Verstand) zensiert bzw. interpretiert wird.

Vom limbischen System gibt es eine direkte Verbindung zu der Amygdala und dem Hippocampus, die für Emotionen, Erinnerungen und Gedächtnis zuständig sind. Von dort werden die Impulse an den Hypothalamus weitergeleitet, dem Regler des zentralen und endokrinen Nervensystems („Hormon-Kommandozentrale“). Der Hypothalamus reagiert auf die Dufteinwirkung mit der Ausschüttung von Hormonen. So regt ihn z.B. der Duft von Grapefruitöl an vermehrt schmerzstillende Enzephaline zu produzieren, die uns auch Wohlgefühl und Euphorie vermitteln.

Da viele Hormone aber nicht nur im Zentralnervensystem erzeugt bzw. reguliert werden, sondern auch im Bauch-Hirn ist die Aufnahmen über die Haut und den Blutkreislauf ebenfalls wirksam für die Hormonsteuerung.

Wie wichtig das Riechsystem für den Menschen ist, zeigt die Tatsache, dass die Riechsinneszellen im Abstand von ca. 30 Tagen ständig erneuert werden.

Ätherische Öle können also in unsere Hormonsteuerung und ins Gefühlsleben eingreifen! 

Und positive Gefühle verbessern z.B. unser Immunsystem oder lösen schmerzlindernde und entzündungshemmende Botenstoffe aus. Stress hingegen schwächt unser Immunsystem, Schuldgefühle können einen körperlich ruinieren.

Wir können mit Gedanken und Gefühlen auch Gene beeinflussen: Ein großer Teil der DNS besteht nicht aus fixen Genen sonder aus einer Art Schalter die der Körper betätigen kann. Das geht nicht nur durch Gefühle und Gedanken, sondern auch, z.B. durch Sport und Ernährung.

Des weiteren arbeiten die ätherischen Öle auf einer energetischen Ebene um uns zu harmonisieren und ins Gleichgewicht zu bringen.

Wie wichtig der „Kopf“ (die Einstellung) für den Körper ist, zeigen auch Beispiele wie Profisportler oder Shaolin-Mönche. Und wenn Mama sich liebevoll um die kleine Patientin kümmert, ist diese erfahrene Zuwendung und das Vertrauen oft schon heilsamer wie die Medizin!

Deshalb ist es so wichtig und gut bei Gesundheit und Krankheit eben auch auf allen Eben zu arbeiten. Zumal inzwischen auch immer mehr chronische Beschwerden mit der Psychologie in Verbindung gebracht werden.

Öle bestehen oft aus hunderten verschiedener Einzelchemikalien die aber als natürliches Produkt perfekt zusammenarbeiten und sich unterstützen (im Gegenzug zu Auszügen einzelner Wirkstoffe). Deshalb haben die Öle auch viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten.

Ätherische Öle wirken körperlich, in dem sie beispielsweise das Immunsystem stimulieren, das hormonelle Gleichgewich herstellen oder gegen Viren, Bakterien und Pilze wirken.

Beispiele für körperliche Wirkung von ätherischen Ölen: antibakteriell, antikoagulativ, antiviral, antitumoral, entzündungshemmend, hormonausgleichend, blutdrucksenkend, zellregenerierend, schleimlösend, antimykotisch, krampflösend, appetithemmend, appetitanregend, immunstärkend, schmerzlindernd, antiseptisch, diuretisch, durchblutungsfördernd, leberstärkend, nierenstärkend, kreislaufanregend, entgiftend, hormonausgleichend, antioxidativ, …

Beispiele für psychische Wirkungen der ätherischen Öle: Stimmungsaufhellend, beruhigend, anregend, angstlösend, antidepressiv, konzentrationsfördernd, aphrodisierend, ausgleichend, erdend, zentrierend, gedächtnisfördernd, euphorisierend, …

Vielfach kann man so mit der Anwendung von Ölen und auch anderen Natur- und Hausmitteln die Pharma-Medikamente ersetzten. Wo dies nicht geht oder nicht ratsam ist können sie sich aber fast immer sehr gut ergänzen und unterstützen. Z.B. bei Antibiotika!

Wenn man Medikamente nimmt sollte man bei den Ölen aber die Wirkungen beachten. So gibt es z.B. Öle die den Blutdruck senken oder heben, oder Blutverdünnend wirken. Das würde dann die verschrieben Medikamentendosis beeinträchtigen. 

Zusätzlich zu der breiten Wirkweiser einzelner ätherischer Öle kann man auch sehr viel mit Mischungen erreichen: Bei guten Mischungen ergeben sich noch einmal Synergieeffekte zwischen den Ölen, so dass die Wirkung noch stärker oder zielgenauer ist.

Bakterien, Viren und ätherische Öle

Viele ätherische Öle verfügen über starke antimikrobielle Eigenschaften. Sie sind in der Lage in die Zellmembran von Viren, Bakterien und Pilzen einzudringen und diese zu stören, bzw. zu zerstören. Dadurch werden sie geschwächt / in der Fortpflanzung gehindert / abgetötet. Den Rest kann dann wieder unser Immunsystem übernehmen.

Seit vielen Jahren haben wir das Problem der zunehmenden Antibiotika-Resistenz verschiedener Bakterien. Tendenz stark steigend! Da die ätherischen Öle bei jeder Flasche und bei jedem Tropfen immer ein bisschen anders sind (andere

 Geologie, andere Ernte, anderes Wetter, anderer Boden, Unmengen an Roh-Material, Alterung / Oxidation, …) haben die Bakterien keine Chance sich anzupassen. Jeder Tropfen ist wieder ein bisschen anders.

Ähnlich sieht es mit Viren aus. Viren brauchen zur Ausbreitung Wirtszellen in die sie eindringen können und sich vor dem Immunsystem verstecken. Genau diese Fähigkeit des Eindringens in die Zelle wird von vielen ätherischen Ölen stark behindert. Die Viren können sich nicht mehr so gut vermehren, können sich nicht mehr so gut verstecken und können vom Körper entsorgt werden.

Zudem helfen die ätherischen Öle das Immunsystem zu stärken und so besser mit Eindringlingen fertig zu werden.

Die Chemotypen

Meist ist die chemische Zusammensetzung des ätherischen Öls einer bestimmten botanischen Art ziemlich konstant. Es kommt aber vor, dass die ätherischen Öle ein und derselben Spezies je nach Höhenlage, Anbaugebiet, Klima, Bodenbeschaffenheit usw. sehr unterschiedlich sind. Chemotypen sind demnach Varianten innerhalb einer Pflanzenfamilie, die einen charakteristischen Inhaltsstoff ausbilden und so den Duft und die Wirkung beeinflussen. 

So gibt es beim Thymian (Thymus vulgaris) z.B.:

  • Thymian CT thujanol: Der Hauptbestandteil Thujanol besitzt bakterizide, virizide und neurotonische Eigenschaften.
 
  • Thymian CT linalool: Der in diesem Öl vorwiegend vorhandene Inhaltsstoff Linalol zeichnet sich durch seine antibakteriellen, antifungiziden, viriziden und antiparasitären (Verdauungssystem) Eigenschaften aus. Er wächst in höheren Lagen und ist milder, daher besser geeignet für Anwendungen auf der Haut, Schleimhäuten, bei Kindern und Schwangeren
  • Thymian CT thymol: Dieses ätherische Öl besitzt einen hohen Anteil an Thymol mit seinen vorwiegend antiinfektiösen Eigenschaften. Übertrifft mit seiner vorzüglichen Keimtötenden Wirkung viele andere Antiseptika. Es ist deshalb häufig in Desinfektionsseifen. 

Dabei ist zu beachten, dass es kein „besser“ gibt, sondern dass man sich das passendere Öl, bzw. Den passenderen Chemotyp heraussucht.

Die Züchtungen

Zur Ernte- bzw. Gewinnsteigerung wurde und wird natürlich auch bei Öl-Pflanzen gezüchtet. Das berühmteste Beispiel dürfte der Lavendel sein. Dort haben sich in vielen Bereichen Hybride durchgesetzt (Lavandula x hybrida , Lavandula x intermedia) die viel ertragreicher sind. Häufig 

wird er als Lavandin bezeichnet und vermarktet, aber eben auch als richtiger Lavendel. Lavandin ist nicht zwangsweise schlecht, hat aber eben ein anderes und geringeres Wirkungsspektrum. Lavandin ist antiseptischer als echter Lavendel, aufgrund seines hohen Kampfergehaltes ist er aber nicht für Brandwunden / Verbrennungen geeignet. (In vielen Tierkliniken werden, bzw. wurden die Käfige mit Lavandin desinfiziert).

Zur antiseptischen Behandlung von Wunden also bitte immer nur den echten Lavendel (Lavendula angustifolia, Syn. Lavendula officinalis, Syn. Lavendula vera) benutzen und nicht Schopflavendel, Speiklavendel, Lavandin, etc.